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Fassadenbrandschutz für Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) mit Holzfaserdämmplatten für die Gebäudeklassen 4 und 5

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) tragen dazu bei, die derzeit geltenden erhöhten An­forderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen. Gleichzeitig wird der Einsatz nachwachsender Rohstoffe in allen Baubereichen aus ökologischen Gründen immer beliebter. WDVS auf Basis von Holzfaserplatten sind für die Gebäudeklassen 1 bis 3 (Gebäude bis 7 m Höhe) bewährte Systeme. In den Gebäudeklassen 4 und 5 (Gebäude mit einer Höhe ab 7 m bis 22 m) dürfen Holzfaser-WDVS aufgrund der Brandschutzanforderungen an Außenwandbekleidungen in den Bauordnungen der Länder derzeit nicht angewendet werden.

Ziel des Kooperationsprojektes (Förderkennzeichen: KF2178813HF4) ist eine Systemlösungen zu entwickelt, mit der die Gefahr einer Brandausbreitung über die Fassade reduziert und das für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen typische Glimmen begrenzt werden kann. Die Glimmneigung der Dämmplatten verhindert eine Einstufung als schwerentflammbarer Baustoff und stellt für Holzfaser-WDVS derzeit eine nicht überwindbare Hürde dar, die diesem System den Zugang zur Gebäudeklasse 4 und 5 verbaut. Der innovative Kern des Teilprojektes liegt folglich in einer ganzheitlichen Betrachtung der Komponenten, des Gesamtsystems und der Schutzziele sowie der zur Beurteilung erforderlichen Prüfmethoden.

Im Rahmen des Teilprojektes sollen zunächst das Brand- und Glimmverhalten von (verputzten) Holzfaserdämmplatten untersucht werden. Die Materialeigenschaften des Putzsystems sollen durch Neuentwicklungen verbessert und Riegel bzw. Sperren entwickelt werden, um Brand- bzw. Glimmeinwirkungen zu begrenzen. Diese Entwicklungsarbeiten sind zur Überprüfung der Brandschutzleistung durch Brandversuche zu begleiten. In einem iterativen Prozess soll so ein auf den Brandschutz für mehrgeschossige Fassaden ausgelegtes Gesamtsystem entstehen.

      

Parallel zur Materialweiterentwicklung soll eine ganzheitliche Schutzziel- und Risikobetrachtung für Außenwandbekleidungen auf Basis von Holzfaserdämmplatten erfolgen. Ziel ist die Entwicklung eines neuen Systems, mit dem die (ggf. konkreter zu definierenden) Schutzziele des Brandschutzes in vollem Umfang erreicht werden, sodass der Weg für eine Anwendung von WDVS auf Basis von Holzfaserdämmplatten in den Gebäudeklassen 4 und 5 geebnet wird.

Projektträger: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschervereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) im Auftrag des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Förderdauer/Laufzeit: 2015 – 2017

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Judith Küppers, Sven Brunkhorst, M.Sc.

Veröffentlichungen:

  • Küppers, J.; Zehfuss, J.; Kampmeier, B.: Investigation on fire safe use of bio based building products by iBMB. Proceedings of the 1st European Workshop Fire Safety of Green Buildings, Berlin. 06. – 07. Oktober 2015.
  • Küppers, J.; Zehfuss, J.; Steeger, F.; Kampmeier, B.: Fire safety of ETICS with wood fibreboards for multi-storey buildings – first research and development results. 2nd International Seminar on Fire Safety of Facades, Lund, SWE.11. – 13. Mai 2016.
  • Küppers, J.; Steeger, F.: Verwendung brennbarer Dämmstoffe bei mehrgeschossigen Gebäuden. Braunschweiger Brandschutztage 2016, 22. – 23. September 2016.
  • Brunkhorst, S.; Siemon, M.; Küppers, J.: Experimentelle und numerische Untersuchungen zum Schwel- und Glimmverhalten von Holzfaserdämmstoffen. In: Workshop Heißbemessung, 20. September 2016, Braunschweig.
  • Steeger, F.; Küppers, J.; Brunkhorst, S.: Untersuchungen zum Schwel- und Glimmverhalten von Holzfaserdämmstoffen zur Verwendung im Wärmedämmverbundsystem. 5. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage, 23. – 24. März 2017.
  • Steeger, F.; Küppers, J.; Brunkhorst, S.: Schwel- und Brandverhalten von Wärmedämmverbundsystemen aus Holzfaserdämmplatten. In Bautechnik 94 (2017), H 6, S. 361 – 367.

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