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Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

Teilvorhaben 4: Brandschutz/Glimmen

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (nawaRo) haben in Deutschland einen vergleichsweise niedrigen Marktanteil von ca. 4 %. Ein Grund hierfür liegt in den bauaufsichtlichen Anforderungen, die die Verwendung brennbarer Baustoffe, insbesondere normalentflammbarer Baustoffe ohne Anforderungen an das Glimmen, aus brandschutztechnischen Gründen beschränken. Schwerentflammbare Baustoffe, die keine Glimmneigung aufweisen dürfen, haben einen deutlich größeren Anwendungsbereich, zum Beispiel als Wärmedämmverbundsystem von Fassaden der Gebäudeklassen 4 und 5.

Ziel des Teilvorhabens 4 innerhalb des Verbundvorhabens (Förderkennzeichen: 22004716) ist es die Anwendbarkeit von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen unter dem Aspekt des Brandschutzes deutlich zu erhöhen. Neben der Untersuchung von Maßnahmen zur Unterdrückung des Glimmens ist es das Ziel durch Erfassung des Brandverhaltens ein Rechenmodell für die Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln. Neben einer praxisgerechten Aufarbeitung in Form von Richtlinien und Leitfäden ist ein zentraler Aspekt für die Anwendbarkeit von nachwachsenden Rohstoffen in Wärmedämmverbundsystemen eine gegenüber schwerentflammbaren Baustoffen äquivalente Lösung zu finden.

   

Beim Glimmen handelt es sich um eine langsame, flammenlose Oxidation der kohlenstoffhaltigen Pyrolyserückstände, begleitet mit Lichtausstrahlung, aber ohne die Bildung von flüchtigen Brenngasen. Dieser Vorgang kann unbemerkt über viele Stunden, gar Tage und Wochen anhalten. Es konnte nachgewiesen werden, dass Glimmbrände auch im Innern von Stoffen als Schwelbrände „überleben“ können, wenn die Reaktionszone groß genug ist.

Zur Beurteilung des Glimmverhaltens existieren sowohl nationale als auch europäische Baustoffprüfungen, die einer weitergehenden Betrachtung bedürfen. Zum Löschverhalten von Bauteilen mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sowie über die Schadgasfreisetzung bei Glimmprozessen erfolgten bislang keine vollständigen, systematischen Untersuchungen. Auch diese Punkte sollen im Rahmen des Forschungsvorhaben beleuchtet werden.

Projektträger: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vertreten durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Förderdauer/Laufzeit: 2016 – 2019

Ansprechpartner: Christian Northe, M. Sc.

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